Unsere Ziele und Forderungen

Unsere Ziele und Forderungen sind im März 2021 zusammengefasst worden in einem Positionspapier, welches wir an die politischen Verantwortlichen weitergeleitet haben. Das Positionspapier für die kommende Legislaturperiode kann hier runtergeladen werden:
Positionspapier zur rheinland-pfälzischen KiTa-Politik

Die folgenden Ziele und Forderungen beziehen sich auf offizielle Empfehlungen und Expertisen. Diese können unter dem Menüpunkt Faktencheck nachvollzogen werden.

► Anhebung des Personalschlüssels

Für eine individuelle, bedürfnisorientierte Betreuung der Kinder muss der Personalschlüssel wie folgt angehoben werden:

  • Für Kinder von 0-1 Jahr auf einen Personalschlüssel von 1:2
  • Für Kinder von 1-3 Jahren auf einen Personalschlüssel von 1:3
  • Für Kinder von 3-6 Jahren auf einen Personalschlüssel von 1:7,5
  • Für Grundschulkinder von 6-10 Jahren auf einen Personalschlüssel von 1:10

Der optimale Personalschlüssel muss außerdem folgende Faktoren beinhalten:

  • Eine unmittelbare pädagogische Arbeitszeit, d.h. direkte Kontaktzeit mit den Kindern
  • Eine mittelbare pädagogische Arbeitszeit für Teamgespräche, Dokumentationen, Elterngespräche, etc. von mindestens 25% der Arbeitszeit
  • Berücksichtigung von Ausfallzeiten bei Urlaub, Fortbildung oder Krankheit
  • Zusätzliche Fachkräfte mit sonderpädagogischer Ausbildung für inklusives Arbeiten

► Verkleinerung der Gruppengrößen

Um pädagogisch wertvolle Arbeit leisten zu können, müssen die Kinderzahlen in den Gruppen wie folgt reduziert werden:

  • Für Kinder von 0- 3 Jahren sollte die Gruppenstärke bei maximal 10 Kindern liegen.
  • Für Kinder von 2-6 Jahren liegt die maximale Gruppengröße bei bis zu 15 Kindern.
  • In Gruppen für Kinder von 1-6 Jahren sind ebenfalls bis zu 15 Kinder als Maximalgröße zu betrachten.

► Verbesserung der räumlichen Voraussetzungen

In unseren KiTas soll jedes Kind den Raum bekommen, den es für seine Entwicklung benötigt. Dafür brauchen wir:

  • 6 qm pro Kind im Gruppenraum, inklusive Nebenraum
  • 10-15 qm pro Kind im Außengelände
  • Funktionsräume, die nicht multifunktional genutzt werden müssen, z.B. zum Essen und Schlafen oder zur Hausaufgabenbetreuung
  • Räume für differenzierte Bildungsangebote in Kleingruppen und Projekten
  • Turn und Bewegungsräume
  •  Geeignete Pausenräume, Besprechungszimmer und Teamzimmer
  • Büros für Personal und Leitung

► Bessere Unterstützung von Leitungen und Trägern

Leitungen und Träger sind tragende Säulen jeder einzelnen KiTa und müssen wie folgt unterstützt werden:

  • Für eine Leitungstätigkeit wird eine Grundausstattung von 20 Wochenstunden pro KiTa + 0,35 Wochenstunden pro Kind gefordert.
  • Mittelbare Arbeitszeiten für Leitungstätigkeiten der stellvertretenden Leitung sind nötig.
  • Regelmäßige Dienstgespräche zwischen Leitung und Träger sollten verpflichtend eingeführt werden.
  • Trägervertreter sollten in Personalführung, Kommunikation und KiTa-Qualität verpflichtend geschult werden.

► Förderung der Teamstrukturen und Teamkultur

Auch auf der kollegialen Ebene wünschen wir uns Unterstützung und fordern:

  • Zeitliche und finanzielle Ressourcen für qualitativ hochwertige Fort- und Weiterbildungen
  • Zeitliche und finanzielle Ressourcen für Teambildung, Teamcoaching und Supervision
  • Zeitliche Ressourcen für die Vor- und Nachbereitung pädagogischer Bildungsarbeit

► Anpassung der Ausbildungsmodalitäten

Der Fachkräftemangel ist allgegenwärtig und wird in den nächsten Jahren noch zunehmen. Um den Nachwuchs von Fachkräften in den Einrichtungen zu fördern, fordern wir:

  • Die bezahlte Ausbildung von Erzieher*innen / pädagogischen Fachkräften muss zum Standard werden.
  • Innerhalb der Ausbildung müssen Theorie und Praxis eng miteinander verzahnt werden: Die duale bzw. praxisintegrierte Form der Ausbildung und eine engen Zusammenarbeit von Fachschule und Ausbildungsbetrieb soll die schulische Ausbildung an der Fachschule ablösen.
  • Die Auszubildenden dürfen nicht auf den Stellenschlüssel der Einrichtungen angerechnet werden.
  • Es braucht zeitliche Ressourcen für die Anleitung der Auszubildenden (Reflexionsgespräche, Kommunikation mit der Fachschule, Vor- und Nachbereitung).