Selbstoptimierung für Leitungen und KiTa-Fachkräfte oder: Du musst es nur wollen!

Gerade tourt der Deutsche Kitaleitungskongress (DKLK) quer durch die Republik. Hier ein paar Auszüge aus Themen und Workshops:

  • Wie kann ich mein Team stärken, um herausfordernden Situationen erfolgreich zu begegnen?
  • Wie lassen sich Teammitglieder gezielt individuell fördern und durch ein dynamisches Wir-Gefühl die Qualitätsanforderungen erfolgreich umsetzen?
  • Durch Selbstreflexion souveräner und selbstbewusster handeln

Sind gut aus- und fortgebildete KiTa-Fachkräfte der alleinige Maßstab für kindgerechter Bildung und Betreuung?  Kommt es vor allem auf die richtige innere Haltung, hohe Belastbarkeit, Flexibilität, kreative Strategien, Zeit und Stressmanagement und Improvisationstalent an?

Die Antwort ist ein klares entschiedenes NEIN.

Gute Arbeit braucht gute Rahmenbedingungen!

Wenn 25 Kindern von 2-6 Jahren für sieben Stunden all inclusive Betreuung und Bildung 2,5 Kräfte zur Verfügung stehen, kommt jede Form von Qualität schnell an ihre Grenzen. Es ist zu laut, zu voll, zu trubelig. Dieser Personalschlüssel macht es unmöglich, Kinder individuell und kontinuierlich zu fördern, gute inklusive Arbeit zu leisten oder auf die Bedürfnisse der Kinder adäquat einzugehen.

Liebe KiTa-Fachkraft, liebe Leitung, lass dir nicht einreden, dass es allein mit gutem Willen, der richtigen Herzenshaltung und viel Improvisationstalent möglich ist, den Anforderungen an einen kindgerechten Kita-Alltag gerecht zu werden.

DAS STIMMT NICHT!!!

Über Mindestanforderungen an kindgerechte Personalschlüssel sind sich Fachwelt und Fachpraxis seit Jahren einig:

Für die Altersgruppe 2-6 Jahre braucht es mindestens eine Fachkraft auf 4,9 Kinder.

Wie sieht das in deiner KiTa aus? Stehen 15 Kindern dieser Altersgruppe drei Fachkräfte in Vollzeit zur Verfügung, wie es aus fachlicher Sicht notwendig wäre?

Wenn das nicht so ist, wieso glaubst du trotzdem, den Anforderungen an eine gute frühkindliche Bildung gerecht werden zu können und zu müssen?

Nach über 30 Jahren als Erzieherin in rheinland-pfälzischen Kitas will ich nicht mehr so tun als ob.

Ich will ehrlich und schonungslos darüber reden, wie es aussieht in den Einrichtungen vor Ort.

Kinder sind unsere Zukunft. Gute Bildung und Betreuung geht uns alle an. Wir müssen uns vernetzen und reden, offen und ehrlich.

Mit Kollegen und Kolleginnen, Eltern und Elternvertretungen, Trägern, Verbänden und Gewerkschaften und mit der Politik.

Wir brauchen engagierte, gut aus- und weitergebildete KiTa-Fachkräfte, die für Frühpädagogik brennen. Und wir brauchen Rahmenbedingungen, unter denen gute fachliche Arbeit überhaupt erst möglich ist.

Das eine geht nicht ohne das andere. Lasst uns deshalb für kindgerechte Kitas streiten und kämpfen!

Deutlich, beharrlich und fachlich, mit jedem, der es hören will oder auch nicht.

Claudia Theobald ist Erzieherin und engagiert sich als Vorsitzende im Verband-KiTa-Fachkräfte Rheinland-Pfalz.

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