Treffen der KiTa-Spitzen am 20.11.2020: Aufforderung zur Klärung offener Fragen

Sehr geehrte Frau Dreyer,

Sehr geehrte Frau Hubig,

Sehr geehrte Damen und Herren der KiTa-Spitzen,

als Stimme aus der Praxis möchten wir uns vor dem Treffen der Kita-Spitzen am 20.11.2020 nochmals zu Wort melden.

In den KiTas vor Ort herrscht seit Ihrer Telefonkonferenz vom 29.10.2020 immer noch große Unklarheit, wie wir mit den aktuellen Forderungen und Empfehlungen der KiTa-Spitzen im Alltag umgehen sollen.

Nach wie vor gilt, dass Sie dringlich empfehlen, die Kinder in festen Gruppen zu betreuen und gleichzeitig verlangen, die regulären Öffnungszeiten beizubehalten. In unserem Schreiben vom 28.10.2020 haben wir dargelegt, warum das für die meisten KiTas nicht möglich ist.

Die Einrichtungen setzen sich also im Moment entweder über Ihre dringende Empfehlung weg und betreuen die Kinder durchmischt im Regelbetrieb oder widersetzen sich Ihrer Anordnung und betreuen in festen Gruppen mit eingeschränkten Öffnungszeiten.

Aktuelle Schreiben und Apelle der letzten Tage tun ihr Übriges, bei uns im KiTa-Alltag Verwirrung zu stiften. Im Schreiben wegen der rheinland-pfälzischen Teststrategie sagen Sie zum Beispiel in Bezug auf die Testung von Kontaktpersonen „Hier ist es wichtig, dass die Kinder in festen Gruppen betreut werden.“

Wir bitten Sie daher in Ihrer Konferenz am 20.11.2020 folgende Punkte zu klären:

  • Wollen Sie, dass die Kinder in festen Gruppen mit festem Personal betreut werden, um effektiv Kontakte zu reduzieren oder wiegt für Sie die Aufrechterhaltung der Betreuungszeiten höher als ein besserer Infektionsschutz durch Kontaktminimierung?
  • Wir können im KiTa-Alltag nicht konsequent alle 20 Minuten lüften, da gerade die jüngeren Kinder schnell frieren und sich nicht allein eine Jacke an und ausziehen bzw. in eine Decke wickeln können. Wie sollen wir daher mit dem Problem umgehen, dass sich oft mehr als 20 Personen über Stunden gemeinsam in geschlossenen Räumen aufhalten? Wie stehen die KiTa-Spitzen zu Luftfiltergeräten als mögliche Lösung des Problems?
  • Aktuell appelliert die Landesregierung, dass Personen mit Erkältungssymptomen grundsätzlich zu Hause bleiben sollen. Uns erreichen mittlerweile Nachrichten über KiTa-Kinder, die als Kontaktpersonen getestet wurden. Trotz eines nur leichten Schnupfens oder Hustens ohne Fieber hatten sie ein positives Testergebnis. Was heißt das für die Einrichtungen? Gilt das sogenannte Schnupfenpapier noch und die Eltern wägen ab, ob es sich um banale oder ernste Symptome handelt? Oder gilt der Apell genauso für die Kinder? Können die KiTas bei Kindern mit Symptomen verlangen, dass sie einem Arzt vorgestellt oder mit den neuen Schnelltests getestet werden?

Bitte fassen Sie konkrete Beschlüsse, die im KiTa- Alltag dann auch umsetzbar sind.

Da sich die KiTa -Spitzen wieder einmal an einem Freitag treffen, wäre es wichtig, dass Beschlüsse nicht gleich montags in Kraft treten. Die Einrichtungen brauchen genügend Zeit zur Umsetzung. Sie können nicht erwarten, dass Leitungen und Kräfte am Wochenende in der KiTa alles organisieren, damit am Montag neue Regeln befolgt werden können.

Wir wünschen Ihnen gute und konstruktive Gespräche in diesen für uns alle schwierigen Zeiten.

Ihr Verband KiTa-Fachkräfte Rheinland-Pfalz

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