Wer Schulabbrecherquote senken will, muss in die frühkindliche Bildung investieren!

Die folgende Pressemitteilung wurde gemeinsam mit sechs anderen Landesverbänden erarbeitet und an die Presse ausgegeben:

Kita-Fachkräfte verschiedener Bundesländer unterstützen das Vorhaben von Minister Habeck,
die Schulabbrecherquote zu senken. Die effektivste Maßnahme hierfür sind kindgerechte
Rahmenbedingungen in Kindertagesstätten, da in den ersten Lebensjahren die Grundsteine
der Bildungsbiografie gelegt werden.

Es steht nicht gut um die frühkindliche Bildung und die pädagogische Qualität in deutschen
Kindertagesstätten. Laut aktuellem Bertelsmann-Ländermonitor müssen 72,2% aller
deutschen Kita-Kinder ihren Alltag in den Einrichtungen unter nicht kindgerechten
Bedingungen verbringen.

Die ersten Lebensjahre legen das Fundament der Persönlichkeitsentwicklung und des
späteren Lernerfolges. Was hier versäumt wird, ist später fast nicht mehr aufzuholen und
führt dazu, dass wie Wirtschaftsminister Robert Habeck am 28.01.2022 in seiner
Regierungserklärung feststellte, die Quote der Schulabbrecher mit 10% erschreckend ist. Um
dem gegenzusteuern, ist es wichtig in die frühkindliche Bildung und somit in qualitativ
bessere Kitas zu investieren. Damit Kinder altersgerecht entwickelt in der Schule erfolgreich
lernen können, brauchen wir Kitas, die bedürfnisorientiert betreuen, individuell fördern und
gute frühkindliche Bildung ermöglichen. Dafür benötigen wir deutschlandweit einen
kindgerechten Personalschlüssel in den Einrichtungen. Es kann nicht sein, dass in der Realität
auf eine pädagogische Fachkraft bis zu 14 Kinder kommen und vielerorts mit ungelernten
Aushilfen gearbeitet wird. Die Gruppen müssen verkleinert werden, um individuell auf
einzelne Kinder eingehen zu können. In vielen deutschen Kitas fehlen pädagogische
Fachkräfte, darum muss die Ausbildung dringend reformiert und Arbeitsbedingungen
attraktiver gestaltet werden. Ebenso müssen die veralteten Rahmenbedingungen angepasst
werden. “Kitas mit Rahmenbedingungen weit abseits der Empfehlungen der Fachleute, legen
kein gutes Fundament für die kindliche Entwicklung,“ äußert sich Claudia Theobald vom
Verband Kitafachkräfte Reinland-Pfalz dazu. Anja Braekow vom Verband Kitafachkräfte
Baden-Württemberg ergänzt “Die Kitas sind die erste Bildungseinrichtung die Kinder
besuchen. Sie müssen endlich als solche erkannt und behandelt werden, gerade auch von der
Politik!”

Die Kitafachkräfteverbände aus Baden-Württemberg, Berlin, Hessen, Niedersachsen &
Bremen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Rheinland-Pfalz schlagen Alarm und fordern,
die frühkindliche Bildung zu stärken und dementsprechend zu investieren.“ Die
Bildungsbiografie beginnt in der Kita. Wer hier investiert, senkt in Zukunft die
Schulabbrecherquote und stellt sicher, dass Deutschland auch in Zukunft leistungsstarke
Fachkräfte zur Verfügung stehen werden. Die OECD fordert in ihrem Bildungsbericht von
Deutschland seit Jahren, sein Bildungssystem vom Kopf auf die Füße zu stellen und mehr in
Kitas und Grundschulen zu investieren. „Es muss eine Kehrtwende in der Bildungspolitik
geben, weg von Aufbewahrung und Betreuung hin zu vollwertiger Bildungs- und
Beziehungsarbeit” fügt Braekow hinzu. “Wir haben im September ein deutschlandweites
Positionspapier veröffentlicht und möchten endlich erleben, dass unsere Forderungen
bundesweit umgesetzt werden” erläutert Claudia Theobald ihr Anliegen “denn wer in eine
gute gesellschaftliche Zukunft investieren will, muss bei den Kitas anfangen.

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