CDU und SPD haben übereinstimmende Ziele bezüglich der rheinland-pfälzischen Kita-Politik

Bei der Auswertung unserer Wahlprüfsteine fanden sich etliche Gemeinsamkeiten bezüglich der zukünftigen Kita-Politik von CDU und SPD. Wir haben die übereinstimmenden Punkte zusammengetragen und an beide Parteien im Hinblick auf die aktuellen Übereinstimmungen gesendet. Jetzt wird sich zeigen, ob aus den Wahlversprechen konkrete Verbesserungen werden.

Im Vorfeld der Landtagswahlen von Rheinland-Pfalz haben wir von verschiedenen Parteien detaillierte Antworten bezüglich unserer Wahlprüfsteine zum Thema Kita-Politik erhalten.

Es freut uns sehr und gibt Anlass zur Hoffnung, dass CDU und SPD, die wahrscheinlich die nächste Landesregierung bilden, in etlichen Bereichen ähnliche oder sogar gleiche Ziele für die zukünftige Kita-Politik formuliert haben.

Über folgende Aspekte sind sich beide Parteien einig:

  • Beiden Parteien sagen, dass gute frühkindliche Bildung, Betreuung und Förderung fundamental wichtig sind. Es müssen alle Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass sich Kita-Kinder in unseren Kitas wohlfühlen, individuell gefördert werden sowie Geborgenheit und Gemeinschaft erfahren.
  • CDU und SPD wollen Leitungsdeputate angeheben und auch stellvertretende Leitungen stärken. Bürokratie soll abgebaut werden. Verwaltungskräfte können Leitungen unterstützen.
  • Die CDU will die im Gesetz festgeschriebenen Personalschlüssel verbessern. Die SPD will dafür sorgen, dass wie im Kita-Gesetz bereits formuliert, alle Personalausfälle umgehend ausgeglichen werden und Urlaub, Fortbildungstage und ein gewisser Prozentsatz von Krankheitstagen in der Personalisierung berücksichtigt werden, was faktisch auch den Personalschlüssel verbessert. Beide Parteien wollen mehr zeitliche bzw. personelle Ressourcen für Sprachförderung bereitstellen.
  • Beide Parteien halten gute Arbeits- und Rahmenbedingungen für wichtig, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Verschiedene Wege und Möglichkeiten der Ausbildung vergrößern das Potential zukünftiger Fachkräfte. Dabei darf die Qualität der Ausbildung nicht leiden.
  • Fachkräfte brauchen ausreichend Zeit für Vor- und Nachbereitung bzw. mittelbare Arbeitszeiten, sagen beide Parteien. Die CDU möchte hierzu tragfähige, praxistaugliche Konzepte erproben.
  • CDU wie SPD wollen Voraussetzungen für gelingende Inklusion schaffen oder weiter ausbauen. Die SPD möchte Förder- und Beratungszentren stärken und multiprofessionelle Teams ausbauen. Beide Parteien bekennen sich zu einer auskömmlichen Investitionskostenförderung durch das Land.
  • Beim Thema Sprachförderung sehen beide Parteien Verbesserungsbedarf.
  • Der Kita-Bau sowie Ausbau und Sanierung der Kitas sollen gefördert werden. Die CDU schlägt ein Sonderprogramm für eine Investitionsoffensive für Bau- und Sanierungsmaßnahmen vor. Die SPD setzt sich für moderne Kitas ein, in denen der Raum als dritter Pädagoge fungiert.
  • Fachberatung halten beide Parteien für einen zentraler Schlüssel zur Qualitätsentwicklung und soll weiter gefördert und ausgebaut werden. Träger sollen sich weiter professionalisieren.
  • Das Sozialraumbudget soll nicht dauerhaft betriebsrelevantes Personal finanzieren, sagen CDU und SPD. Die Kita-Sozialarbeit und die sozialräumliche Arbeit sollen ausgebaut werden.

Wahlversprechen sind so lange unverbindlich, bis sie im Koalitionsvertrag verankert werden. Wir fordern, dass die neue Landesregierung im Koalitionsvertrag konkrete Vereinbarungen für die Kita-Politik der nächsten Legislaturperiode festschreibt. Dem Bekenntnis, dass für Ihre beiden Parteien Kitas und hochwertige frühkindliche Bildung von gesellschaftlich großer Relevanz sind, müssen nun die entsprechenden Taten folgen.

Als Verband, der die Fachkräfte und damit die Kita-Praxis vertritt, stehen wir der neuen Landesregierung gern mit unserer Expertise zur Seite. In den vergangenen Jahren bestand bereits ein Austausch, den wir auch in Zukunft für sehr wichtig halten. Um ein bedarfsgerechtes und qualitativ hochwertiges Kita-System zu etablieren, ist es wichtig, politische Entscheidungen mit Menschen aus der Kita-Praxis und nicht über ihre Köpfe hinweg zu treffen. Wissenschaftliche Erkenntnisse von Frühpädagogik und Entwicklungspsychologie sowie die Praktikabilität pädagogischer Konzepte und Ideen im Kita-Alltag müssen handlungsleitend für politische Entscheidungen sein.

Kinder, Fachkräfte und Eltern leben tagtäglich mit den Entscheidungen, welche für den Kita-Bereich politisch getroffen werden. Als Stimme aus der Praxis steht der Kita-Fachkräfteverband RLP der neuen Landesregierung gern zur Verfügung. Wir hoffen, dass unsere Ressourcen und Perspektiven, die wir im Rahmen der Verantwortungsgemeinschaft des Kita-Systems mit einbringen können, genutzt werden.

Claudia Theobald

(Verband KiTa-Fachkräfte Rheinland-Pfalz e.V)

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