Infektionsschutz in der KiTa angesichts der Corona-Mutationen

KiTas sind Teil des Infektionsgeschehens. Schutzmaßnahmen sind notwendig! Diese Erkenntnis hat sich nun auch auf den politischen Ebenen von Bund und Ländern durchgesetzt. 

KiTa-Fachkräfte haben sich monatelang von allen Kultusministern und Ministerinnen anhören müssen, dass Kitas sichere Orte seien, KiTa-Kinder nicht oder kaum infektiös seien und Infektionen nur von außen in die Einrichtungen getragen würden.

In den Pressekonferenzen am 10.2.21 mit der Bundeskanzlerin und am 11.2.mit Ministerpräsidentin Dreyer war der Tenor zum ersten Mal ein anderer.

Bundeskanzlerin Merkel fordert eine Priorisierung von Kita-Fachkräften bei der Impfung, da gerade Erzieherinnen und Erzieher keine Möglichkeit hätten, die notwendigen Abstände einzuhalten.

Auch Frau Ministerpräsidenten Dreyer sieht nun die Notwendigkeit, dem Kita-Personal Masken und regelmäßige Tests zur Verfügung zu stellen. Die Landesregierung tue das, was sie tun könne, um Erzieher*innen zu schützen.

Der KiTa-Fachkräfteverband Rheinland-Pfalz begrüßt die getroffenen Maßnahmen, ist sich aber sicher, dass noch wesentlich mehr möglich und notwendig ist, um den Infektionsschutz in KiTas zu verbessern. Es geht hier nicht nur um das Personal, sondern auch um den Schutz der Kinder und ihrer Familien.

Am Beispiel England kann jeder sehen, wie über die Schulen und KiTas ein exponentielles Wachstum entstand und das mutierte Virus in Familie und Gesellschaft verbreitet wurde. Daher brauchen wir effektive Schutzmaßnahmen, um das Infektionsrisiko in den Einrichtungen zu senken.

Ein wichtiges Mittel zur Kontaktreduzierung ist die Betreuung der Kinder in überschaubaren Gruppen mit festem Personal, damit keine Durchmischung im Alltag stattfindet.

Wir begrüßen es, dass Rheinland-Pfalz zu den Bundesländern gehört, die nicht ab 22.2. in den regulären Betrieb zurückkehren. Mittlerweile werden allerdings bei uns im Land bereits wieder 42% aller Kinder betreut (siehe: corona.rlp.de/ Schulen und KiTas), obwohl immer noch der Appell der Regierung gilt, die Kinder nur bei dringendem Bedarf in die KiTa zu bringen. Da es keine verbindlichen Regelungen gibt, entscheiden die Eltern, ob sie ihr Kind in die Kita bringen oder zu Hause lassen. Deshalb sieht es vor Ort höchst unterschiedlich aus. Während in einigen KiTas wesentlich weniger Kinder da sind, berichten andere Einrichtungen von 70% oder 80% Auslastung. Um überall Kontakte zu reduzieren, bräuchte es hier verbindliche Regelungen, wie es sie unter dem Stichwort Notbetreuung im letzten Frühjahr gab.

Noch immer gibt es in Rheinland-Pfalz nur die Empfehlung zur Betreuung in festen Gruppen, soweit das eben möglich sei.

Eine Betreuung ohne Durchmischung ist immer möglich! Es braucht nur eine klare verbindliche Anweisung des Bildungsministeriums an die Träger vor Ort, die Betreuung der Kinder in diesem Sinne zu organisieren und die Erlaubnis, die Öffnungszeiten entsprechend anzupassen. Bis jetzt verstehen immer noch viele Träger die Empfehlung aus Mainz so, dass unter allen Umständen die regulären Öffnungszeiten gewahrt werden müssen und sorgen deshalb nicht für einen KiTa-Alltag ohne Durchmischung.

In KiTas sind viele Menschen auf engem Raum beisammen. KiTa-Kinder halten keinen Abstand und tragen keine Masken. Luftfiltergeräte würden die Viruslast und damit das Infektionsrisiko im Raum senken. Um alles zu tun, was möglich ist, könnte unsere Landesregierung diese Geräte verpflichtend vorschreiben und gemeinsamen mit Trägern und Kommunen die Finanzierung klären. Der Einsatz solcher Geräte würde auch nach der Pandemie gegen Erkältungs- und sonstige Viren helfen.

Der Kita-Fachkräfteverband begrüßt das frühere Impfangebot (Frau Dreyer sprach davon, dass vor Ostern alle Erzieher*innen geimpft sein könnten) und die erweiterten Testmöglichkeiten. Hier wäre es zukünftig eine große Erleichterung, wenn die Tests alltagsintegriert in den Einrichtungen vor Ort angeboten würden.

Mit dem Motto: „Augen zu und durch ist keine Option – Schützt die KiTas und Familien“ macht der KiTa-Fachkräfteverband seit Anfang Januar auf das Infektionsrisiko in den Einrichtungen aufmerksam.    

Die Kita-Fachkräfte erwarten, dass den Erkenntnissen nun Taten folgen, damit die KiTas bestmöglich vor der Verbreitung des Virus geschützt werden.

2 Idee über “Infektionsschutz in der KiTa angesichts der Corona-Mutationen

  1. J. Schmidt sagt:

    Vielen Dank für de Beitrag – auch wenn er schon etwas älter ist frage ich mich, an wen ich mich am besten wende kann, wenn ich eine Testung der Kinder in den KiTas begrüße. Bisher passiert in unserer KiTa diesbezüglich so gar nichts und ich finde es sehr bedenklich, da die Kleinen ja noch ungeimpft und ohne Maske oder Abstand in großen Gruppen zusammentreffen. Alle kehren irgendwann aus dem Urlaub zurück und die Variante(n) macht/en sich breit. Man muss doch jetzt schon ein vorausschauendes, schlaues Konzept haben um nicht im Herbst wieder alles schließen zu müssen oder schlimmstenfalls Infektionen mit Langzeitfolgen für die Kinder in Kauf zu nehmen. Viele Grüße, J Schmidt

  2. SK sagt:

    Hallo,
    vernünftige und durchdachte Konzepte würde ich auch begrüßen. Nur leider lassen die bisher immer noch auf sich warten. Es scheint wohl den einzelnen Trägern und Einrichtungen überlassen zu werden, wie sie zukünftig mit der Situation umgehen wollen. Ich habe selber Kinder und befürchte, dass wir um eine Infektion der Kinder nicht herum kommen werden, wenn alles weiter so läuft wie jetzt. Bleibt nur zu hoffen, dass die Folgen (Stichwort: Long Covid) gering bleiben.
    VG S. Krollmann

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